Ein Tag voller Weihnachtszauber in Soest

Laura, seit Kindertagen mit ihren Freundinnen verbunden, wollte noch einmal den Soester Weihnachtsmarkt erleben. Aus ihrem Wunsch, wurde ein Tag voller Freude, Freundschaft und Weihnachtszauber.

Seit dem Kindergarten sind Laura, Maike und Britta beste Freundinnen. Auch als Laura ihre schwere Diagnose erhielt, standen Maike und Britta an ihrer Seite. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Laura lebt mittlerweile im Hospiz. Von dort holten wir – Meinolf, Sabine und ich – sie und Maike an diesem sonnigen Tag zu ihrer Wunschfahrt zum Soester Weihnachtsmarkt ab. Laura war schon dick eingepackt, denn es war sehr kalt.

Die Fahrt zum Weihnachtsmarkt war kurz. Dank der Kontakte von Meinolf durften wir den ASB-Wünschewagen sogar auf dem Innenhof des Doms parken. Der Hausmeister der Domgemeinde kam auf uns zu und parkte sogar sein Auto um, damit wir dort stehen konnten. Ein bisschen wunderten wir uns, denn er war sehr schick angezogen. Als wir eingeparkt hatten, kam ein weiterer Mann freudig auf uns zu, begrüßte uns ganz herzlich und wies uns ein. Der „echte" Hausmeister! Kurze Verwirrung und eine Nachfrage später wussten wir, dass der Bürgermeister von Soest ein Mann der Tat ist und kurzerhand für uns Platz gemacht hatte. Danke dafür!

Als wir Laura aus dem Wünschewagen holten, duftete es schon nach gebrannten Mandeln und anderen Leckereien. Es war noch nicht so voll, sodass wir langsam an allen Ständen vorbeifahren und alles anschauen konnten. Laura kaufte ausgewählte Kleinigkeiten: Seife, einen Schal und schaute sich alles ganz genau an. Für ihren kleinen Neffen wollte sie noch ein Weihnachtsgeschenk aussuchen. Also fuhren wir mit der Liege in eine große Buchhandlung. Das Spielzeug gab es ganz hinten, aber mit etwas Geschick schlängelten wir uns durch die Gänge und Laura konnte das Geschenk selbst aussuchen.

Dann war es Zeit für einen heißen Kakao. Wir legten eine Pause am Glühweinstand ein. Begleitet wurden wir eine Zeit lang von Katja Burgemeister vom Soester Anzeiger. Den Termin hatte Lauras Freundin initiiert, denn es war ihnen wichtig, das Projekt ASB-Wünschewagen bekannter zu machen, damit sich auch andere Menschen in ihrer letzten Lebensphase mit einem Wunsch an den ASB wenden können. Am Heiligen Abend gab es hierzu einen sehr schönen und einfühlsamen Bericht im Soester Anzeiger.

Wir lernten Laura als einen Menschen kennen, der trotz zahlreicher Schicksalsschläge und wirklich großer Steine auf ihrem Weg nie den Blick für andere verloren hat. So engagierte sie sich, als sie ihren Beruf als Grundschullehrerin krankheitsbedingt aufgeben musste, in der Flüchtlingshilfe.

Als es Zeit für den Heimweg wurde, kauften wir noch einen Crêpe mit Nutella und Banane, den Laura sehr liebt. Da das Essen nicht mehr so einfach klappte, packten wir ihn kurzerhand in die mitgebrachte Vorratsdose und nahmen ihn mit.

Wieder zurück im Hospiz wurde sofort der Crêpe verspeist. Und auch, wenn Laura nicht mehr so gut sprechen konnte, ließ sie uns ausrichten: Es war soooo schön!
Dass Laura eine wirklich außergewöhnliche und selbstlose Frau ist, merkten wir an kleinen Details: Sie besorgte auf ihrer Wunschfahrt für das Team im Hospiz gebrannte Mandeln und sogar der Therapiehund vom Hospiz wurde mit einem großen Hundekeks bedacht.

Liebe Laura, wir bedanken uns ganz herzlich, dass wir dich auf deiner Fahrt begleiten durften.

Ein Bericht unserer westfälischen Wunscherfüllerin Elke Swicinski.