
Unser Team vom ASB-Wünschewagen Westfalen erfüllte einen bewegenden Herzenswunsch: Elvira wollte noch einmal mit ihrer Tochter ans Meer. Mit dem Wünschewagen ging es 200 Kilometer an die Küste – ein Tag voller Ruhe, Familie und unvergesslicher Momente.
Manchmal geht alles ganz schnell. Im Februar 2025 erhielt Elvira* ihre Diagnose. Bis in den Herbst des Jahres waren die Symptome nur schwach, dann brach sich die Krankheit ihren Weg.
Noch einmal wollte sie mit ihrer Tochter etwas erleben, noch einmal ans Meer. Wir waren uns einig: Der ASB-Wünschewagen würde es möglich machen. Die Fahrt wurde wegen des schlechten Allgemeinzustands unserer Fahrgastin zunächst verschoben, doch dann gab es grünes Licht.
Am 21. Dezember trafen Marinus, Chris und ich schon früh in Elviras Zuhause im Münsterland ein. Vor uns lagen 200 Kilometer bis zum Ziel. Begleitet wurden wir von einer ihrer beiden Töchter, selbst inzwischen Ärztin. Das Wetter spielte an diesem Dezembermorgen mit – es war mild und trocken. Pünktlich erreichten wir den kleinen Fischerort am Meer, in dem der ASB-Wünschewagen inzwischen schon bekannt ist. Dort stießen auch Elviras Schwestern nebst Familien zu uns.
Trotz der Einschränkungen steuerten wir als erstes das Restaurant an. Bei köstlichem Fisch und Brühe für Elvira im „de Kaap" wurde die Stimmung schnell entspannter. Dazu trug auch der leckere Wein bei, den auch Elvira genoss.
Wir Wunscherfüller:innen hielten uns etwas zurück und gaben der Familie Raum zum Austausch. Wir gingen zum Strand, die Familie machte Fotos. Danach folgte ein ausgedehnter Spaziergang durch den malerischen kleinen Ort. Manch kleine Boutique hätte zum Shoppen eingeladen, aber es war Sonntag, und so blieb es beim Schaufensterbummel.
Elvira, warm eingepackt im Rolli, konnte alles genießen und vergaß für einen kurzen Zeitraum ihre Erkrankung. Am Ende standen wir wieder vor dem „de Kaap". Der Blick ging über die stille See, Ruhe kam auf. Es wurde spät, vor uns lagen 200 Kilometer Rückfahrt. Der aufregende Tag forderte seinen Tribut, die Erschöpfung war sichtbar, und so verstummten die Gespräche schnell. Was blieb, war der Blick auf den blauen Sternenhimmel im Wünschewagen und die Gewissheit: Ein wertvoller Wunsch wurde erneut erfüllt.
Ein Bericht unseres westfälischen Wunscherfüllers Harald Käppeler.
*Name geändert.