
„Es ist Sonntag, das Wetter ist trüb: Nieselregen, wolkenverhangener Himmel, alles wirkt schwer. Der Stimmung tut das keinen Abbruch. Dunja* und ihre Familie erwarten uns bereits und nehmen uns herzlich in Empfang. Aufregung und Vorfreude liegen spürbar in der Luft. Wir verstauen das Gepäck und starten Richtung Hamburg, rund 350 Kilometer liegen vor uns.
Im ASB-Wünschewagen wird viel gelacht und erzählt. Dunja hatte keinen leichten Start in Deutschland. Eine fremde Sprache, eine fremde Kultur und viele Vorurteile begleiteten ihre ersten Jahre hier. Doch sie hat sich durchgebissen, die Ärmel hochgekrempelt und in einer Fabrik für Weihnachtsplätzchen gearbeitet, erst am Band, später als Teamleiterin. Sie lacht: ‚Bei uns gab es das ganze Jahr Dominosteine.' Ich lache mit und wir teilen einen Moment voller Erinnerungen an leichtere Zeiten.
Während die graue Landschaft vorbeizieht, bleibt die Stimmung im Wagen warm. Ralf steuert den Wünschewagen sicher über die nassen Straßen. Elke, die dritte Wunscherfüllerin, freut sich schon sehr auf Der König der Löwen - Das Musical.
Unser erster Halt ist das Hotel. Ankommen, auspacken, kurz ausruhen. Anschließend gehen wir gemeinsam essen, bevor es weiter Richtung Musical geht. Wir sind etwas spät dran und es wird knapp. Punkt halb sieben, genau als das Licht ausgeht, sitzen wir auf unseren Plätzen. Alle, bis auf Ralf – er hat noch den Wünschewagen geparkt und wollte nachkommen. Beim Musical nebenan wollten sie ihn allerdings nicht hineinlassen... komisch! Später findet er aber doch zu uns, und wir erleben die Show schließlich gemeinsam.
Nach der Vorstellung fahren wir müde, aber glücklich zurück ins Hotel. Die Figuren, die Farben, die Musik, die Emotionen – der Abend wirkt lange nach. Wir schlafen alle wie Steine.
Beim Frühstück am nächsten Morgen reden wir über die vielen Eindrücke. Dunja lächelt und sagt: ‚Jetzt weiß ich, dass ich mir viel mehr zutrauen kann.' Sie erzählt, dass sie am Mittwoch eine Hochzeit besuchen wird und am Freitag ihren Geburtstag feiert. Ein wenig Traurigkeit schwingt trotzdem mit: das Wissen, dass sie nicht erleben wird, wie ihre Söhne erwachsen werden, ihr Leben meistern, vielleicht ihr eigenes erstes Musical besuchen, macht sie nachdenklich...
Dunjas nächstes Ziel: ein gemeinsames Weihnachtsfest.
Wir hoffen von Herzen mit ihr und drücken ihr und ihrer Familie die Daumen!"
Ein Bericht unserer westfälischen Wunscherfüllerin Birte Schumacher.
*Name geändert